Mit Endometriose schwanger werden
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Mit Endometriose schwanger werden – geht das?

Du hast Endometriose und Kinderwunsch und nun fragst du dich, wie das zusammenpasst? Kannst du trotz Endometriose schwanger werden? Vielleicht hast du schon öfter gehört, dass es für Betroffene eine Herausforderung werden kann, schwanger zu werden, wenn eine Endometriose diagnostiziert wurde. In diesem Artikel möchten wir dich über deine Möglichkeiten informieren.

Was ist Endometriose?

Grundsätzlich ist Endometriose eine gutartige Erkrankung, die zu gebärmutterschleimhaut-ähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle führt. Dort kommt es zu lokalen entzündlichen Veränderungen. Diese Zysten und Entzündungen nennt man auch Endometrioseherde und sie finden sich in der Regel im Darm, am Bauchfell, im Bauch- und Beckenraum und an den Eierstöcken. Eher selten findet man auch Herde außerhalb dieser Bereiche, etwa in der Lunge. Das Gewebe ähnelt dem der Gebärmutterschleimhaut und ist somit oft auch den zyklischen Veränderungen unterworfen, die du an der Gebärmutter findest. Das Endometrium blutet. Das so abgestoßene Gewebe kann allerdings den Körper nicht verlassen und so kommt es oft auch außerhalb der Menstruation zu starken Schmerzen.

Wie erkennt man Endometriose und wann entsteht sie?

Grundsätzlich gibt es Endometrioseerkrankungen, die symptomlos verlaufen. Die Betroffenen bemerken eventuell einen unerfüllten Kinderwunsch und suchen aus diesem Grund ihren Gynäkologen auf. Im Rahmen der Ursachenforschung kann dann eine Endometriose festgestellt werden.

Wenn du bei dir starke Schmerzen im Bauchraum feststellst, die sich mit deinem Zyklus verstärken und abschwächen und die nicht anders erklärbar sind, dann solltest du dich auf eine Endometriose untersuchen lassen.

Die Folge von Endometrioseherden sind meistens chronische Entzündungen, die vielfach auch Vernarbungen und Verwachsungen mit sich bringen. Darüber hinaus gibt es Blutungen in der Bauchhöhle und unter Umständen auch eine Unfruchtbarkeit. Man kann leider davon ausgehen, dass zwischen 40% und 60% der ungewollt kinderlosen Frauen unter Endometriose leiden.

Schon junge Frauen können ab der ersten Menstruation unter Krankheitssymptomen leiden. Gehäuft tritt die Krankheit aber erst im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auf.

Die Diagnose ist aufgrund der Vielschichtigkeit der Symptome schwierig. Ein erstes Anzeichen können starke Menstruationsschmerzen sein. Neben den typischen starken Schmerzen kann es auch zu Müdigkeit, Erschöpfung und psychischen Veränderungen bis hin zu Depressionen kommen. Auch eine verstärkte Anfälligkeit für Infekte während der Menstruation kann auf eine Endometriose hindeuten.

Heißt Endometriose gleich Kinderlosigkeit?

Etwa 30% der Endometriose-Betroffenen können ohne Probleme trotz Endometriose schwanger werden. Bleibt die Endometriose jedoch komplett unbehandelt, wird es schon schwieriger. Auch die Sorge, dass eine Geburt auf natürlichem Weg unmöglich ist, ist unbegründet. Die Chancen, dass du dein Baby auf diese Weise bekommen kannst, sind allerdings niedriger als bei gesunden Frauen. Aber selbst, wenn du eine Operation wegen eines schweren Verlaufs deiner Endometriose hattest, kann es noch möglich sein.

Therapiemöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch und Endometriose

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du trotz einer Endometriose schwanger werden kannst. Es muss also nicht bei einem unerfüllten Kinderwunsch bleiben.

Die klassische Hormonbehandlung, die bei einem unerfüllten Kinderwunsch meist als erste Maßnahme eingeleitet wird, bleibt bei einer diagnostizierten Endometriose aus. Die Funktion der Eierstöcke wird durch die Hormone nämlich unterdrückt. Leider bedeutet das meistens auch eine herabgesetzte Fruchtbarkeit. Du solltest also deine Endometriose auf jeden Fall behandeln lassen, da sonst die Chancen auf eine Schwangerschaft gering sind.

Dies sind die Schritte, die vor einer Kinderwunschbehandlung bei Endometriose liegen:

  • Endometrioseherde entfernen: Nachdem festgestellt wurde, dass hormonell bei beiden Partnern nichts gegen eine Schwangerschaft spricht, führt der Arzt eine sogenannte Laparoskopie, also eine Bauchspiegelung durch. Im Rahmen dieses Eingriffs sollten nach Möglichkeit alle Endometrioseherde entfernt werden. Allein dieser Eingriff kann deine Fruchtbarkeit schon heraufsetzen. Wichtig ist allerdings, dass du mit deinen behandelnden Ärzten immer über deinen Kinderwunsch sprichst. Denn falls während der Operation beispielsweise zu viel Gewebe der Eierstöcke entfernt wird, kann die Behandlung deine Fruchtbarkeit sogar herabsetzen.
  • Hormonstatus abklären: Um herauszufinden, ob du nun trotz der Endometriose schwanger werden kannst, solltest du im nächsten Schritt deinen Hormonstatus feststellen lassen und verbessern.

Mit sogenanntem Zyklustee kannst du deinen Hormonhaushalt und somit deinen Körper aktiv unterstützen, um trotz Endometriose schwanger zu werden. Weitere Infos zum Thema Zyklustee findest du hier.
Natürlich spielt die Ernährung im Allgemeinen auch eine sehr gewichtige Rolle. Worauf du bei einer Endometriose-Erkrankung achten solltest, erfährst du im Beitrag “Ernährung bei Endometriose“.

Zum Wunschkind – Mit Endometriose schwanger werden

Selbst wenn du aufgrund der durchgeführten Laparoskopie nicht auf natürlichem Weg schwanger wirst, musst du deine Hoffnungen auf ein Baby nicht aufgeben. Da gibt es immer noch die sogenannte ISCI, die intrazytoplasmatische Spermieninjektion oder die In-vitro-Fertilisation, auch bekannt als IVF.

Bei der ISCI, also der intrazytoplasmatische Spermieninjektion, wird mit einer Glaspipette ein ausgewähltes Spermium direkt in die ausgewählte Eizelle eingespritzt. Diese Methode sorgt sicher dafür, dass das Spermium an dem Ort ankommt, an dem es ankommen sollte. Die Erfolgschancen, mit dieser Methode tatsächlich schwanger zu werden, liegen bei etwa 30 Prozent.

Bei der In-vitro-Fertilisation, der IVF, werden zunächst die Eierstöcke stimuliert. Dann erfolgt, entweder unter lokaler Betäubung oder unter Vollnarkose die Entnahme der Eizellen. Auch die Spermien müssen für diesen Vorgang speziell aufbereitet werden. Danach erfolgt die Befruchtung im Reagenzglas. Dazu werden Eizellen und Spermien zusammengebracht und der gesamte Vorgang wird etwa 18 Stunden lang überwacht. Hat eine Befruchtung stattgefunden, werden nach ca. 3 Tagen zwischen einem und drei Embryonen in die Gebärmutter eingebracht. Nun geht es weiter mit dem Beobachten, denn eins oder mehrere Embryonen werden sich jetzt in die Gebärmutter einnisten und in der Folge entwickeln. Um diesen Vorgang zu unterstützen, bekommst du meist noch Gelbkörperhormon, was die Einnistung begünstigt. Dann wartest du noch weitere zwei Wochen ab und kannst dann feststellen, ob genügend hCG, das berühmte Schwangerschaftshormon, in deinem Blut festgestellt werden kann und du erfolgreich schwanger geworden bist. Die Erfolgschancen bei dieser Behandlung liegen bei etwa 20 Prozent.

Eine Schwangerschaft mit Endometriose

Regelmäßige Kontrollen der Schwangerschaft sind für alle Frauen zu empfehlen. Schließlich sind die Chancen, Komplikationen zu entdecken und noch rechtzeitig eingreifen zu können, deutlich höher, je früher sie entdeckt werden.

Tatsächlich erhöht eine Endometriose die Chancen einer Eileiterschwangerschaft und die Möglichkeit einer Fehlgeburt. Um genau diesen Risiken entgegenzuwirken und dann doch noch deinen Kinderwunsch erfolgreich zu erfüllen, solltest du alle ärztlichen Kontrollen und gegebenenfalls Termine bei einer Hebamme wahrnehmen. Je nach Schwere deiner Endometriose kann es auch sinnvoll erscheinen, zusätzliche Untersuchungen anzusetzen.

Sofern deine Endometriose behandelt wurde, ist es durchaus möglich, dass du trotz der Endometriose schwanger wirst. Sollte sich auch nach einem Jahr regelmäßigem ungeschützten Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft einstellen, musst du die Hoffnung nicht aufgeben. Denn dein Kinderwunsch kann durch geeignete Maßnahmen durchaus erfüllt werden. Besprich deine Möglichkeiten und auch eventuelle Risiken mit deinem Arzt.

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